Unsere Chronik

Die Chronik von Kannenburg

Zur Zeit des 30jährigen Krieges trieben Räuber ihr Unwesen

auf der Havel und überfielen Schiffer und Flößer.

 Eine dieser Banden hatte an der Kannenburger Schleuse ihr Lager,

 wo sie auch ihr Ende fand. Sie wurden vom Freigrafen

 des uckermärkischen Femegerichtes an den dortigen Linden erhängt.

 Gemäß des Aberglauben jener Zeit wurde die Richtstätte ängstlich gemieden.

Man glaubte, dort sei der Teufel zu Gast.

 So blieb Kannenburg über ein Jahrhundert herrenlos,

 weil sich jeder weigerte an diesen damaligen Knotenpunkt

 von Land- und Wasserstraße zu gehen.

 Erst nach dem Siebenjährigen Krieg wurde Kannenburg wieder verwaltet.

 Einer unserer Ahnen erhielt Kannenburg von Friedrich dem II

 als Rente und Pension für geleistete Dienste im Heer des Königs.

 Er hatte auf dem Schlachtfeld der Preußenkönige

die Angst vor dem Teufel verloren.

1936 übernahm Otto Berlin von seiner Tante die Gaststätte

 an der Kannenburger Schleuse.

Nach Renovierung und Ausbau wurde die Gaststätte zum beliebten Ausflugziel.

An der Wasserstraße nach Templin gelegen,

direkt an der Schleuse und attraktiver Zugbrücke

war sie bald ein beliebter Anlaufpunkt für Ausflugsdampfer. Die deutsch Wehrmacht sprengte 1945 die Zugbrücke

über die Templiner Gewässer und unterbrach so auch

eine wichtige Landverbindung zwichen Lychen und Storkow.

Die zerstörte Brücke war das Aus für das Ausflugsziel.

 1947 übernahmen dann die Sowjets das Anwesen

und ein Jahr später wurde die Gaststätte, geleitet von Otto und Karl Berlin,

 sowjetisches Offizierscasino. Das ging gute drei Jahre.

Ab da wollte der russische General das Anwesen

für sich allein in Anspruch nehmen.

Wir mussten gehen und erhielten eine bescheidene Pacht von der Sowjetarmee.

 Wir gingen nach Zehdenick und machten dort gastronomisch weiter.
Ab 1988 übernahm Bernd Berlin hier die Geschäfte.

 Der russische General nutzte unser Anwesen zur Erholung

und feierte mit seinen Gästen rauschende Feste.

Zwei Bedienstete wohnten ständig dort

und hielten das Grundstück auch während seiner Abwesenheit in Ordnung. 1995 bekamen wir das Grundstück dann offiziell zurück und nutzen es seither.

Im Mai 2004 eröffneten wir einen Imbiss und waren überrascht

wie gut dieser von unseren Gästen angenommen wurde.

 Das macht uns Mut zum Weitermachen

 und vielleicht wird Kannenburg wieder das was es mal war:

 "ein beliebtes Ausflugsziel".
Kannenburg in den 30iger Jahren